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Aufgaben eines Nachhaltigkeitsmanagers (KMU)

    JJ Sustainability gibt Einblick in die Aufgaben eines Nachhaltigkeitsmanager in KMU

    Nachhaltigkeitsmanager in KMU haben den Auftrag, unsere Wirtschaft zukunftstauglich zu machen, indem sie Unternehmen dazu weiterentwickeln, Verantwortung für ihre sozialen und ökologischen Auswirkungen zu übernehmen. Insbesondere geht es um den Beitrag, den Unternehmen für eine bessere Zukunft leisten.

    Denn die Mehrheit der Unternehmen in Deutschland sind kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die mehr als die Hälfte der Arbeitsplätze in Deutschland generieren. Zwar ist Nachhaltigkeit noch kein fester Teil der Sorgfaltspflichten der KMU, jedoch wollen immer mehr Unternehmer von den vielen Vorteilen von gutem Nachhaltigkeitsmanagement profitieren. In KMU sind Nachhaltigkeitsmanager für die Umsetzung von Nachhaltigkeitsstrategien, -prozessen und -maßnahmen verantwortlich, um sicherzustellen, dass Unternehmen profitabel bleiben und gleichzeitig Verantwortung für ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft und die Umwelt übernehmen.

    Nachhaltigkeitsmanagement: ein ganzheitlicher Ansatz für jedes Unternehmen

    Viele kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) haben erkannt, dass sich aus dem Engagement für mehr Nachhaltigkeit in ihren Unternehmen viele Vorteile ergeben, wie zum Beispiel eine Verbesserung der Arbeitsabläufe, eine effizientere Wertschöpfungskette, Reduktion von Kosten, eine positivere Wahrnehmung der Kunden und als Arbeitgeber oder eine höhere Produktivität der Arbeitnehmer. Über die Steigerung ihrer Wettbewerbsfähigkeit haben KMUs somit die Chance, einen Einfluss auf ihre langfristige Existenzsicherung zu schaffen und nachhaltiges wirtschaftliches Wachstum zu fördern. Unabhängig von Unternehmensgröße ist der Schritt zu mehr Umweltschutz, sozialem Engagement und Mitarbeiterverantwortung für jedes Unternehmen machbar. Denn durch gezielte Maßnahmen wie zum Beispiel Digitalisierung können auch Unternehmen im Mittelstand eine nachhaltige Entwicklung kosteneffizient verfolgen.

    Nachhaltigkeit umfasst eine ganzheitliche Strategie der Unternehmensführung, die es Unternehmen ermöglicht, langfristigen Erfolg zu sichern, ohne die Umwelt, die Gesellschaft und die Verfügbarkeit von Ressourcen zu gefährden. Dabei umfasst Nachhaltigkeit drei Dimensionen: Schutz von Umwelt- und Klima, verantwortungsvolle Unternehmensführung und die Übernahme sozialer Verantwortung in der Gesellschaft.

    Das Managementsystem sollte sicherstellen, dass nachhaltige Maßnahmen ganzheitlich und konsequent im gesamten Unternehmen umgesetzt werden, indem offizielle Standards, interne Richtlinien und standardisierte Prozesse in Arbeitsabläufe und Lieferketten integriert werden. Zwar sind KMU vom Vorhaben der EU – neue Sorgfaltspflichten für Unternehmen im Rahmen der Nachhaltigkeit einzuführen – noch nicht direkt betroffen, jedoch kann eine Umstellung auf eine nachhaltigere Positionierung auch für Firmen im Mittelstand durch den Sorgfaltsprozess in Lieferbeziehungen erforderlich sein.

    Nachhaltigkeitsmanager sind in KMUs dafür verantwortlich, dass das Unternehmen seine festgelegten Ziele in Bezug auf Nachhaltigkeit erreicht. Dabei unterstützen Nachhaltigkeitsmanager zunächst die Geschäftsführer damit, das eigene Geschäftsmodell genauer zu analysieren und Bereiche im Kerngeschäft mit wirklichem Veränderungspotenzial zu identifizieren. Dazu gehört es, Chancen und Herausforderungen im Prozess der Umstellung frühzeitig zu erkennen, Ressourcen und Materialien verantwortungsvoll zu verwalten und sicherzustellen, dass jeder – sowohl das Management als auch die Mitarbeiter – in den Prozess einbezogen werden.

    Schließlich ist es ein wichtiges Ziel des Nachhaltigkeitsbeauftragten, eine Vorbildfunktion im Unternehmen einzunehmen und das Thema Nachhaltigkeit glaubwürdig zu vermitteln. Die Entwicklung und Umsetzung einer erfolgreichen Nachhaltigkeitsstrategie entsteht in der Regel in Zusammenarbeit mit verschiedenen Abteilungen. In KMU ist die Nachhaltigkeitsabteilung üblicherweise als Stabsstelle an die Geschäftsleitung angegliedert. Sie wird von dem Nachhaltigkeitsmanager oder der Einberufung eines Nachhaltigkeitsteams, mit Verantwortlichen aus anderen Fachabteilungen, eingenommen.

    Was machen Nachhaltigkeitsmanager in KMU?

    Nachhaltigkeitsmanager überprüfen alle Bereiche, Prozesse und Aktivitäten eines Unternehmens auf Nachhaltigkeit. Als ein recht breit gefächerter Auftrag, ist es das Ziel eines Nachhaltigkeitsmanagers nachhaltige Lösungen in das Kerngeschäft eines Unternehmens zu integrieren. Firmenintern bedeutet dies zum Beispiel die Förderung und Durchführung von Nachhaltigkeitsprojekten einzelner Abteilungen. Zusätzlich übernimmt ein/eine Nachhaltigkeitsmanager in Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen auch repräsentative Rollen in Geschäftspartner- und Stakeholderbeziehungen.

    Je nach Unternehmen kann die Rolle eines Nachhaltigkeitsmanagers variieren, aber grundsätzlich sind folgende Aufgaben Teil der Position:

    • Entwicklung und Anwendung passender Nachhaltigkeitsstrategien unter Berücksichtigung unterschiedlicher Analyse-Tools und der Aufbereitung von KPIs und Zielen
    • Entwicklung eines Nachhaltigkeitsmanagements und Einführung von nachhaltigen Prozessen und Produkten
    • Jährlichen Nachhaltigkeitsbericht erstellen: Planung, Konzeption und Umsetzung von CSR- und Nachhaltigkeitsberichten nach anerkannten Standards (z. B. GRI, DNK, CoP, SDG, CSR-RUG)
    • Erstellung von unternehmensinternen Texten zu Themen rund um Nachhaltigkeit
    • Beitritt und Steigerung der Mitarbeit in Nachhaltigkeitsinitiativen sowie Umsetzung von geplanten Maßnahmen
    • Unterstützung bei dem Auf- und Ausbau des Nachhaltigkeitscontrollings mit geeigneten Kennzahlen
    • Beratung und Betreuung in allen Fragen rund um die Umsetzung und Kommunikation von Corporate Social Responsibility – und Nachhaltigkeitsthemen
    • Aktive Mitarbeit bei Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    • Erstellung von Stakeholder- und Wesentlichkeitsanalysen und Entwicklung und Durchführung von Stakeholder-Dialog-Formaten
    • Erfüllung von Sorgfaltspflichten in Lieferketten: Achtung der Menschenrechte und des Umweltschutzes
    • Erstellung von Richtlinien, z. B. Compliance-Richtlinie, Einkaufsrichtlinie

    Kompetenzen eines Nachhaltigkeitsmanagers

    Das Management von Nachhaltigkeit in KMUs ist eine interdisziplinäre Führungsaufgabe. Somit ist der Nachhaltigkeitsmanager in KMU mit verschiedenen Bereichen des Unternehmens in engem Kontakt. Deshalb benötigt man als Nachhaltigkeitsmanager neben dem Fachwissen um das Thema Nachhaltigkeit auch starke soziale und kommunikative Qualifikationen. Im Fokus stehen dabei das Stakeholdermanagement (Anspruchsgruppe eines Unternehmens), die Entwicklung einer Nachhaltigkeitsstrategie, die Bewertung verschiedener Aspekte und Kennzahlen im Sorgfaltsprozess der nachhaltigen Entwicklung.

    Fachliches Verständnis beinhaltet:

    • Analyse der Wertschöpfungskette: Jede Fachabteilung in KMU verfolgt ihre eigenen Ziele. Der Nachhaltigkeitsmanager sollte diese Interessen kennen und mit den Nachhaltigkeitszielen des Unternehmens in Einklang bringen.
    • Verstehen der Stakeholderinteressen: Vor allem bei der Entwicklung und Umsetzung von Nachhaltigkeitsstrategien in KMU spielen Stakeholder eine wichtige Rolle. Diese können zum Beispiel Mitarbeiter, Versicherungen, Geschäftspartner oder Banken sein. Durch eine gute Zusammenarbeit können Nachhaltigkeitsmanager eine interessenübergreifende Positionierung realisieren und wichtige Kunden gewinnen.
    • Bewertung von wirtschaftlicher Attraktivität: Auch die Wirtschaftlichkeit ist ein wichtiger Teil der Nachhaltigkeit. Jedes Projekt eines Nachhaltigkeitsmanagers sollte deshalb eine solide wirtschaftliche Seite haben und für das Unternehmen kosteneffizient sein.
    • Überwachungs- und Bewertungsfähigkeiten: Mit dem richtigen Tool können Nachhaltigkeitsmanager ein zuverlässiges Berichts- und Analysesystem implementieren, das die Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen misst.

    Zu den wichtigsten sozialen Fähigkeiten zählen:

    • Engagement und Kommunikation: Eine klare Kommunikation der Werte und Ziele der umzusetzenden Maßnahmen ist im Umgang mit Mitarbeitern der KMU oft entscheidend, damit neue soziale wie ökologische Standards umgesetzt werden. Nachhaltigkeitsmanager sollten deshalb Geschäftsführer und Mitarbeiter sensibilisieren und für die Umsetzung nachhaltiger Projekte motivieren können.
    • Lernbereitschaft: Die Arbeit als Nachhaltigkeitsmanager erfordert viel Recherchearbeit. In diesem Sinne ist es wichtig, sich in neue Themengebiete einarbeiten zu können, um effektive Maßnahmen und kreative Lösungen im Unternehmen zu implementieren.
    • Organisationsfähigkeit: Die effiziente Organisation und Koordination der verschiedenen Aufgabenbereiche eines Nachhaltigkeitsmanagers hat einen direkten Einfluss auf den Erfolg der eingeführten Maßnahmen. Gute Organisationsfähigkeiten erlauben dem nachhaltigen Management, ihre Ressourcen und Aktivitäten in KMU effektiv zu verwalten.

    Besondere Herausforderungen für Nachhaltigkeitsmanager in KMU

    Anders als bei großen Unternehmen hat die Umsetzung von Nachhaltigkeitsstrategien in KMU besondere Herausforderungen.

    Für viele Branchen im produzierenden und Dienstleistungsgewerbe liegt das Problem vor allem in der vor- bzw. nachgelagerten Wertschöpfungskette. So können die KMU durch den Bezug von Ressourcen auch indirekt die Umwelt bedrohen und/oder Menschenrechte verletzen. Die meisten Arbeitgeber sind sich einig, dass es einfacher ist, ein Unternehmen nachhaltig aufzubauen, als eine Umstellung in einer bereits bestehenden Organisation durchzusetzen.

    Mehr als 70 % der befragten KMU geben an, dass die größten Herausforderungen auf dem Weg zur Nachhaltigkeit darin liegen, nachhaltiges Management in Einklang mit dem Geschäftsmodell des Unternehmens zu bringen. Dabei spielen mehrere Faktoren eine entscheidende Rolle: Zum Teil fehlen Unternehmen im Mittelstand oft (finanzielle) Ressourcen, um Zeit und Energie in nachhaltige Projekte zu investieren. Oft kann die Umsetzung einer nachhaltigen Unternehmensführung auch an fehlendem Know-how zum Thema Nachhaltigkeit scheitern.

    Nachhaltigkeit mit JJ Sustainability

    Die JJ Sustainability GmbH ist eine Nachhaltigkeitsberatung in München. Die Beratung hat seit 2015 ihren Schwerpunkt auf Strategie, Umsetzung und Kommunikation und unterstützt  verschiedene Kunden aus der Industrie. Die überwiegend langjährige Kundschaft besteht sowohl aus klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU) als auch aus namhaften Großunternehmen und Organisationen. Zu den Spezialgebieten zählen die Entwicklung einer Nachhaltigkeitsstrategie und eines Nachhaltigkeitsmanagements, die auf die spezifischen Bedürfnisse von KMU zugeschnitten sind.

    JJ Sustainability arbeitet ortsunabhängig mit einem weltweiten Netzwerk von erstklassigen Fachleuten unterschiedlicher Spezialgebiete zusammen. So unterstützt JJ Sustainability zum Beispiel in einer aktuellen Zusammenarbeit mit dem mittelständischen Unternehmen Nölken Hygiene Products GmbH das Unternehmen bei der Strategieentwicklung, dem Klimamanagement, dem Umsetzen von Maßnahmen sowie dem Nachhaltigkeitsreporting und der Durchführung von Lieferketten-Zertifizierungen.

    FAQ

    Wie werde ich Nachhaltigkeitsmanager in KMU?

    Bis vor einigen Jahren waren Nachhaltigkeitsmanager häufig Quereinsteiger aus den Bereichen der Betriebs- und Kommunikationswirtschaft, der Sozialwissenschaft oder dem Ingenieurwesen. Heutzutage bildet das formale Studium im Sustainability Management den Einstieg für die Karrierelaufbahn eines Nachhaltigkeitsmanagers. Dieses Studium kann man an vielen deutschen Universitäten als Master in Nachhaltigkeitsökonomik oder -wissenschaften absolvieren. Das Studium verleiht zwar fachliche Kompetenz in Umweltschutz und Sustainability Management, die für den Beruf des Managers unabdingbar ist. Jedoch ist eine umfangreiche Berufserfahrung unerlässlich für einen erfolgreichen Nachhaltigkeitsmanager.


    Disclaimer:

    In diesem Artikel wird aus Gründen der besseren Lesbarkeit für einige Berufs- und Personenbezeichnungen im Folgenden das generische Maskulinum verwendet. Weibliche und anderweitige Geschlechteridentitäten werden dabei ausdrücklich mitgemeint.

    Quellen:

    https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/ip_22_1145

    https://presse.gothaer.de/pressreleases/kmu-studie-2021-teil-2-nachhaltigkeit-wichtiger-aber-zu-teuer-3106315

    https://www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Unternehmen/Kleine-Unternehmen-Mittlere-Unternehmen/aktuell-beschaeftigte.html

    https://www.wlw.de/de/inside-business/aktuelles/nachhaltigkeit-in-kmu

    https://www.umweltpakt.bayern.de/download/werkzeuge/nachhaltigkeitsmanagement/leitfaden_allgemeines.pdf

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