Status-quo-Analyse: den Ist-Stand in Nachhaltigkeit erheben
Die Status-quo-Analyse erhebt, was ein Unternehmen in Nachhaltigkeit bereits tut, misst und regelt, und wo Daten oder Zuständigkeiten fehlen. Sie ist der erste Schritt jeder Nachhaltigkeitsstrategie und jedes ersten Berichts, weil Ziele nur auf einer bekannten Ausgangslage aufbauen können.
Diese Unterlagen enthalten meist schon Nachhaltigkeitsdaten
| Unterlage | Wo sie liegt | Was sie liefert |
|---|---|---|
| Strom-, Gas-, Fernwärme- und Tankrechnungen | Buchhaltung | Energieverbrauch, Basis für Scope 1 und 2 |
| Entsorgungsnachweise, Abfallbilanz | Produktion, Entsorger | Abfallmengen, Recyclingquote |
| Arbeitsschutzstatistik, Unfallanzeigen | Personal, Fachkraft für Arbeitssicherheit | Unfallquote, Ausfalltage |
| Personalstatistik | Personal | Beschäftigte, Fluktuation, Weiterbildung, Frauenanteil |
| Einkaufsbedingungen, Lieferantenverträge, Verhaltenskodex | Einkauf | Anforderungen an Lieferanten |
| Zertifikate (ISO 9001, 14001, 50001, FSC/PEFC, Bio) | Qualitätsmanagement | vorhandene Managementsysteme und Nachweise |
| beantwortete Kundenfragebögen, Plattformbewertungen | Vertrieb | was Kunden bereits abfragen |
| Dienstreiseabrechnungen | Buchhaltung | Reisekilometer, Flüge |
| Leitbild, Unternehmensstrategie | Geschäftsführung | vorhandene Ziele und Werte |
Was die Status-quo-Analyse untersucht
| Bereich | Leitfragen |
|---|---|
| Strategie | Gibt es Ziele, ein Leitbild, eine zuständige Person? Kennt die Geschäftsführung die Anforderungen von Kunden und Banken? |
| Prozessmanagement | Wie fließen Nachhaltigkeitskriterien in Einkauf, Produktentwicklung, Personal ein? Welche Kennzahlen werden erhoben? |
| Umwelt | Energie, Emissionen, Rohstoffe, Abfall, Wasser: Was wird gemessen, was nicht? |
| Gesellschaft | Arbeitsbedingungen, Arbeitsschutz, Weiterbildung, Lieferkette, Engagement am Standort, Compliance |
Die Wertschöpfungskette wird mitbetrachtet: Rohstoffe und Lieferanten (vorgelagert), Nutzung und Entsorgung der Produkte (nachgelagert).
Ablauf der Status-quo-Analyse
- Nachhaltigkeitscheck ausfüllen (10 Minuten, Geschäftsführung): erste Selbsteinschätzung in 6 Handlungsfeldern. Nachhaltigkeitscheck starten
- Unterlagen sammeln anhand der Checkliste (1 bis 2 Wochen, Fachbereiche).
- Interviews mit 4 bis 6 Verantwortlichen (je 45 Minuten): Einkauf, Produktion, Personal, Vertrieb, Finanzen.
- Auswertung und Ergebnisgespräch: Stärken, Lücken, Datenlage, Pflichten, Empfehlung für die nächsten Schritte.
Ergebnis: Ist-Analyse mit Datenlagen-Ampel
Auszug (fiktiv)
| Angabe (VSME-Basismodul) | Datenlage | Hinweis |
|---|---|---|
| Energieverbrauch | grün: vorhanden | aus Rechnungen |
| Treibhausgasemissionen Scope 1 und 2 | gelb: berechenbar | Emissionsfaktoren anwenden |
| Abfall | gelb: teilweise | Entsorger um Jahresbilanz bitten |
| Beschäftigte, Fluktuation | grün: vorhanden | Personalstatistik |
| Unfallquote | grün: vorhanden | Arbeitsschutz |
| Lieferantenbewertung | rot: fehlt | Prozess aufbauen |
Die Ist-Analyse zeigt außerdem, welche Pflichten (LkSG über Kunden, UWG bei Werbeaussagen, EUDR bei Holz, Papier, Palmöl) das Unternehmen berühren.
Typische Funde
Die Status-quo-Analyse ist Schritt 1 unserer Strategieberatung und Grundlage jedes Erstberichts. Teil unserer Nachhaltigkeitsstrategie-Beratung · Nachhaltigkeitsbericht erstellen lassen
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Nachhaltigkeitscheck und Status-quo-Analyse?
Der Check ist eine Selbsteinschätzung in zehn Minuten. Die Status-quo-Analyse prüft diese Einschätzung mit Unterlagen, Kennzahlen und Gesprächen.
Brauchen wir dafür schon Kennzahlen?
Nein. Die Analyse zeigt gerade, welche Kennzahlen vorhanden, berechenbar oder fehlend sind.
Nächster Schritt: Stakeholder systematisch einbinden.
Status quo mit uns erheben
Bringen Sie Ihr Check-Ergebnis mit. In 30 Minuten klären wir, welche Unterlagen Sie schon haben.
Johanna Jung, zertifizierte Nachhaltigkeitsmanagerin (GUTcert)
