Nachhaltigkeitsmanager: Aufgaben, Qualifikation und die Wahl zwischen intern und extern
Ein Nachhaltigkeitsmanager (englisch Sustainability Manager) koordiniert die Nachhaltigkeit eines Unternehmens: Er entwickelt mit der Geschäftsführung Strategie und Ziele, erhebt Kennzahlen, beantwortet Anfragen von Kunden und Banken und erstellt den Nachhaltigkeitsbericht. Im Mittelstand ist die Rolle meist eine Stabsstelle der Geschäftsführung.
Eine eigene Stelle lohnt sich ab etwa 199 Beschäftigten, je nach Branche und CSRD-Berichtspflicht auch früher. Die Anfragen sind in der Regel so umfangreich, dass eine Person sie neben ihrem eigentlichen Job nicht umsetzen kann. Dann empfehlen wir eine externe Nachhaltigkeitsbeauftragte.
Intern, beauftragt oder extern?
| Nachhaltigkeitsmanager (intern, Vollzeit) | Nachhaltigkeitsbeauftragter (zusätzliche Aufgabe) | Externer Nachhaltigkeitsmanager | |
|---|---|---|---|
| Wer | eigene Stelle, oft mit Studium im Fach | Mitarbeiterin aus Qualität, Umwelt, Einkauf oder Assistenz | Beraterin mit festem Monatskontingent |
| Umfang | 100 % | Teil der Arbeitszeit, neben der eigentlichen Aufgabe | festes Monatskontingent |
| Stärke | im Haus, kennt alle Prozesse | kennt das Unternehmen, geringe Kosten | Fachwissen sofort verfügbar, Erfahrung aus vielen Unternehmen |
| Schwäche | Kosten, Einarbeitung, oft allein | wenig Zeit, Fachwissen muss aufgebaut werden | nicht täglich vor Ort |
| Passt für | bei Berichtspflicht | KMU mit klarer Struktur und Unterstützung | KMU ohne eigene Stelle, Übergangsphasen, Elternzeitvertretung |
Externes Nachhaltigkeitsmanagement mit JJ Sustainability
Den Ausschlag gibt meist nicht der Preis, sondern ob das Fachwissen intern aufgebaut werden soll.
Aufgaben eines Nachhaltigkeitsmanagers 2026
| Aufgabe | Häufigkeit |
|---|---|
| Nachhaltigkeitsstrategie, Ziele und Kennzahlen mit der Geschäftsführung entwickeln | jährlich |
| Stakeholder- und Wesentlichkeitsanalyse durchführen | jährlich prüfen |
| Kennzahlen erheben: Energie, Emissionen, Abfall, Personal, Lieferkette | laufend, jährlich |
| Kunden- und Bankfragebögen beantworten; Anfragen über den VS hinaus prüfen | laufend |
| Nachhaltigkeitsbericht erstellen (VS über die DNK-Plattform oder ESRS) | jährlich |
| Werbe- und Produktaussagen auf Belege prüfen (UWG seit 27.09.2026) | laufend |
| Sorgfaltspflichten in der Lieferkette organisieren (LkSG bei Kunden, EUDR) | laufend |
| Richtlinien erstellen: Einkauf, Verhaltenskodex, Reisen | bei Bedarf |
| Beschäftigte schulen und einbinden | jährlich |
| Zertifizierungen begleiten (ISO 14001, EMAS, FSC/PEFC) | jährlich |
Wo arbeiten Nachhaltigkeitsmanager?
| Wo | Typische Einordnung |
|---|---|
| Industrie und Produktion | Stabsstelle Geschäftsführung, oft verbunden mit Umwelt-, Qualitäts- oder Energiemanagement |
| Konsumgüter, Kosmetik, Lebensmittel | eng mit Einkauf und Produktentwicklung (Rohstoffe, Verpackung) |
| Handel | Einkauf und Lieferantenmanagement |
| Banken, Versicherungen | Risikomanagement, ESG-Abteilung |
| Hotellerie | Direktion oder Green Team |
| Beratung | als Beraterin oder Berater für mehrere Unternehmen (Nachhaltigkeitsberater) |
| öffentliche Verwaltung, Hochschulen | Stabsstelle Nachhaltigkeit oder Klimaschutzmanagement |
Qualifikation und Kompetenzen
Fachlich
Wertschöpfungskette analysieren, Berichtsstandards (VS, ESRS, DNK, GRI), Treibhausgasbilanz, Managementsysteme, Recht (CSRD, LkSG, UWG), Wirtschaftlichkeit von Maßnahmen bewerten.
Sozial
Kommunikation mit Geschäftsführung und Belegschaft, Moderation von Workshops, Ausdauer bei Veränderungen, Organisation.
Ausbildung
Früher meist Quereinsteiger aus Betriebswirtschaft, Kommunikation, Ingenieurwesen oder Sozialwissenschaften; heute oft ein Studium in Nachhaltigkeitsmanagement oder Umweltwissenschaften sowie Weiterbildungen, etwa zur Nachhaltigkeitsmanagerin oder Umweltmanagementbeauftragten.
Aus der Praxis: Nachhaltigkeitsmanagerin im Familienunternehmen
Externes Nachhaltigkeitsmanagement · Workshops zur Nachhaltigkeit · Johanna Jung, ehemalige Nachhaltigkeitsmanagerin
Häufige Fragen
Was macht ein Nachhaltigkeitsmanager?
Er koordiniert Strategie, Ziele, Kennzahlen, Kunden- und Bankanfragen und den Nachhaltigkeitsbericht eines Unternehmens.
Was ist der Unterschied zwischen Nachhaltigkeitsmanager und Nachhaltigkeitsbeauftragtem?
Der Nachhaltigkeitsmanager ist eine eigene Stelle. Ein Nachhaltigkeitsbeauftragter übernimmt die Aufgabe zusätzlich zu einer anderen Funktion, mit weniger Zeit.
Was macht ein Nachhaltigkeitsberater?
Er unterstützt mehrere Unternehmen von außen bei Strategie, Management und Bericht, oft auch als externer Nachhaltigkeitsmanager.
Wo arbeiten Nachhaltigkeitsmanager?
In Industrie, Konsumgütern, Handel, Banken, Hotellerie, Beratung und Verwaltung, meist als Stabsstelle der Geschäftsführung.
Braucht ein KMU einen Nachhaltigkeitsmanager?
Es braucht eine zuständige Person. Ob intern, als Beauftragte oder extern, hängt von Größe, Anfragen und vorhandenem Wissen ab.
Nachhaltigkeitsmanagement extern vergeben?
In 30 Minuten klären wir, ob eine interne Stelle oder 4 bis 8 Tage externe Betreuung im Monat besser passt.
Johanna Jung, zertifizierte Nachhaltigkeitsmanagerin (GUTcert)
